USA Radreise 2001

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Arches Nationalpark:
Götterthron aus Bögen und Brücken »

Der Arches Nationalpark ist mit über 2.000 Steinbögen, bunten Sansteinklippen, Zinnen und Fenstern die Region mit der größten Ansammlung von Natursteinbögen der Erde. Einhundert Millionen Jahre Erosion und Verwitterung haben Werke entstehen lassen, geprägt von rauer Schönheit und beeindruckender Formen- und Farbenvielfalt. Höhen und Spannweiten der felsernen Brücken variieren von einem bis zu 95 Metern. Neue Bögen werden geschaffen, alte zerstört. Schonungslos werden dynamische Landschaften kreiert und in Jahrmillionen verändert. Ich fühle mich wahrlich in eine andere Zeit versetzt, wenn ich durch uralte Fenster in die Vergangenheit blickt und für Momente die Gegenwart vergesse.


Bryce Canyon Nationalpark:
Symphonie aus Wasser und Wind »

Wind und Wetter traten in Jahrmillionen als göttliche Bildhauer und Baumeister auf und formten aus dem Wasatch-Kalkstein wunderbare Skulpturen aus Stein. Einst wurden riesige Felsmassen auseinandergezogen, zusammengestaucht, gefaltet und hunderte von Metern emporgedrückt. Das Hochplateau von Utah war entstanden. Unvorstellbarer Druck, erzeugt durch vulkanische Kräfte aus dem Erdinnern, deformierte riesige Felsschichten und weite Teile der Region wurden mit schwarzem Gestein bedeckt. Urflüsse mit ihren gewaltigen Erosionskräften formten den Fels. Wind und Wetter feilten und schliffen spitzige Felstürme und Zinnen, die sogenannten Hoodoos – wahre Meisterwerke der Natur.


Canyonlands Nationalpark:
Virtuose Baukunst der Natur »

Colorado River und Green River haben sich in Jahrmilionen durch das Felsplateau gewaschen, trafen sich zum Rendezvous bei Confluence und kreierten eine majestätische Landschaft mit farbigen Felsformationen, bezaubernden Tälern, Felsbögen und Steinnadeln. Ein Ort, der geschaffen wurde, um nach den ewigen platonischen Ideen. Unüberwindbare Barrieren aus kleinen Mesas, Canyons, bizarren Steinsäulen und Felswänden trennen das Land in Island in the Sky, The Needles und The Meza. Die Dimensionen des Parks bekommt ich mit dem Rad sehr deutlich zu spüren. Wer sich per Velo die langen Anfahrten von Moab sparen will, schlägt sein Zelt im Dead Horse Point State Park auf. Ein guter Ausgangspunkt für herrliche Tagestrips.


Capitol Reef Nationalpark:
Fantastische Welten aus Stein »

Ich fahre auf dem Highway Nr.24 durch beeindruckende Felsenlandschaften. Sie erinnern an versteinerte Städte, Tempel und Türme. Jede Schicht der steinernen Riesen erzählt eine Geschichte aus uralten Zeiten. Die Wasserkraft formte einst die einzelnen Schichten und erbaute Tempel aus Stein. Die Nächte sind Anfang April noch empfindlich kalt. Früh am Morgen strahlt das erste Sonnenlicht über die Kuppen der Felsengärten und der Körper wird eingehüllt in ein warmes Tuch aus Licht. Ein berühmter Philosoph drückte es einmal so aus: „Die Welt liegt, im Morgenglanz des Lebens, so frisch, so zauberisch schimmernd, so anziehend vor uns“.


Grand Canyon:
Ein offenes Buch der Erdgeschichte »

Vielleicht ist keine Landschaft auf Erden so aufregend und gewaltig wie der Grand Canyon. Monumentale, farbenprächtige Felswände ragen empor und prägen das zerfurchte Gesicht der riesigen Erdfalte. Zwei Milliarden Jahre Schaffungsprozess haben ein wohl einzigartiges Naturwunder kreiert. Eine Schlucht von ungeheurem Ausmaß, Alter und Schönheit. 5.000 Quadratkilometer Erdfalten auf 160 Kilometern Rimlänge verschlagen mir den Atem. 15 Millimeter Fels fallen in 100 Jahren Erosionskräften des Colorado Rivers zum Opfer. Die Welt ist in die Jahre gekommen, aber ihre Schönheit scheint unvergänglich zu sein. Früh am Morgen fallen die ersten Sonnenstrahlen durch einen dichten Wolkenschleier über das Hochplateau. Der Canyon taucht in ein weiches Licht und die endlos weite Landschaft erscheint im Morgenglanz als eine Fabelwelt aus einem Land vor unserer Zeit. Wir sollten darauf achten, dass das uralte Buch der Erdgeschichte niemals zugeschlagen wird.


Lake Powell:
Der blaue Spiegel in der Wüste »

Lake Powell, das handgemachte Naturwunder. Mit einer Länge von 320 Kilometern und 3.140 Kilometern Uferlänge gehört das kobaltblau schimmernde Gewässer zu den größten Kunstseen der Erde. Colorado River und San Juan River ließen den Glen Canyon allmählich in den Fluten versinken. Es entstand eine einzigartige Fjordlandschaft zwischen dem Cataract im Nordosten und dem Glen Canyon im Südwesten Utahs. Unnahbar scheint das weit verzweigte Schluchtensystem mit seinen weiß leuchtenden Salzkappen vor dem Plateau der Smoky Mountains. Tagestouren auf dem Lakeshore Drive per Rad, in der Nähe von Page, bieten reizvolle Aussichten auf den See und das felsige Hinterland.


Monument Valley:
Das Sein als ewig Werdendes »

In einer Welt vor unserer Zeit bedeckten Urmeere dieses Land, vom Golf von Mexiko bis über diese Region. Riesige Gesteinsmassen erhoben sich aus dem Erdinnern. Das Colorado Plateau war entstanden. Vom Wasser zernagt und vom Wind geformt entstanden in Jahrmillionen riesige Monolithen, Dome und Mesas, als ob ein göttlicher Bildhauer ein Kunstwerk erschuf und heute noch erschafft, das nie fertig wird. Ich kann mich nicht gegen den Eindruck verwehren, durch ein riesenhaftes Museum der Erdgeschichte zu rollen. Erhaben stehen die steinernen Zeitzeugen in der weiten Landschaft. Auf dem Weg zum Navajo-Tribal Park, der auf halber Strecke zwischen Kayenta und Mexican Hat rechts abgeht, rolle ich über die imaginäre Grenze zwischen Arizona und Utah.


Pacific Coast Highway Nr.1:
Prachtstraße zwischen Fels und Brandung »

Nach dem berühmten 17-Mile-Drive durch Pebble Beach mit den Villen der Reichen und dem Künstlerort Carmel mit über 70 Kunstgalerien für Fotografie, Malerei und Skulpturen und dem legendären Westernhelden Clint Eastwood, der das Amt des Bürgermeisters vor Jahren inne hatte, wird der Highway Nr.1 bis San Simeon zur Proszeniumsloge eines Naturschauspiels. Der Asphalt hebt in den Carmel Highlands langsam an, schwingt in langen, sanften Windungen an der Pazifikküste entlang und die Region wird kurz vor San Simeon wieder zu flachem, gelbgrünem Grasland. Wildblumen säumen die Traumstraße zwischen Santa Cruz und Monterey. Auf ihren endlos grünen Feldern arbeiten mexikanische Saisonarbeiter, die Gemüse und Früchte ernten. Immer wieder steigt mir ein süßer Erdbeerduft in die Nase. Eine angenehme Abwechslung auf der Pacific Coast Bike Route an der Westküste der Vereinigten Staaten zwischen San Francisco und Santa Barbara. Eine Landschaft von bizarrer Wildheit und bezaubernder Einzigartigkeit.


San Rafael Wüste:
Man kommt aus dem Nichts. Und man fährt ins Nichts »

Endlose Gerade zwischen Green River und Hanksville in flacher, karger Landschaft werden zu immer wiederkehrenden Kreisläufen. Und wenn ich denke, das Ziel ist nah, lächelt mir der Anfang wieder hämisch ins Gesicht und das Spiel beginnt von Neuem. Das Wüstenmeer beginnt sich langsam zu bewegen wie riesige Wellen im Ozean. Ein tiefes, unbekanntes Gefühl macht sich in mir breit, als ob ich auf dem Highway zum Horizont, wo Himmel und Erde sich zu berühren scheinen, niemals ankomme. Momente, in denen mentale Stärke gefragter ist als pure Muskelkraft.

San Rafael Wüste


Yosemite Nationalpark:
Die stillen Riesen der Natur »

Ihren Anfang nahm die Yosemite-Geschichte vor etwa 500 Millionen Jahren, als ein Urozean die Region bedeckte. Riesige Sedimentgesteinsschichten wurden aus dem Meer emporgedrückt. Eruption und Druck ließen das Gestein schmelzen. Langsam abkühlende Lava schob sich unter das Sediment. Weichere Gesteinsarten wurden durch die Erosion abgetragen und legten riesige Felsen aus Granit frei. Zwei imposante Backenzähne der Natur stehen gewaltig und großartig in der Landschaft. Mit 2.693 Metern Höhe ist der Half Dome einer der spektakulärsten Granitfelsen im Park. Yosemite, ein Teil der Sierra Nevada, ist geprägt von herber Schönheit und ursprünglicher Wildheit. Herrliche Hikingtouren führen durch Sequoia- und Eichenwälder. Duftende Zedern, Ponderosakiefern und Douglastannen, eingerahmt von weiten Wildblumenfeldern und dem Merced River sind eine Augenweide für jeden Naturliebhaber.


Zion Nationalpark:
Der Pulsschlag der Natur »

Das Hochplateau im Osten ist ein wahres Wunderland mit schachbrettähnlichen Tafelbergen, Pancake Rocks und Felsentürmen. Exotische Vögel pfeifen, Chipmunks – kleine gestreifte Erdhörnchen – laufen über die Felsen. Leuchtende Farben und schöne Formen begegnen einem auf Schritt und Tritt. Orangefarbene Pasteltöne vermischen sich mit weißem Sandstein. Zahllose kuriose Muster zieren den Fels, in Jahrmillionen von Wasser und Wind hineingefräst. Bisonherden grasen in weiter, karger Prärie entlang des Highway Nr.9 am Osteingang des Parks. Die mächtigen Wiederkäuer gibt es heute nur noch auf dem nordamerikanischen Kontinent. Hier spüre ich ihn förmlich, den Pulsschlag der Natur.


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